Archive for Juni 2010

 
 

Kein Wochenendtrip – Mit dem Bus nach Belgrad und zurück

Anfahrt

Dieses Wochenende besuche ich eine Freund. Ich stehe an der Bushaltestelle des Leipziger Flughafens und warte auf den Euroliner nach Belgrad. Es liegen jetzt 20 Stunden Busfahrt vor mir, 20 Stunden! Ich bin gut vorbereitet. Mein Handgepäck besteht aus Lesestoff (Reiseführer, Roman, 11Freund), Technik (Kamera, MP3-Player), Wasser und Nahrungsmitteln. Als der Bus ankommt sitzen bereits ca. 20 Mitreisende drin . Eine Ansage erschallt, auf serbisch. Außer mir scheinen alle zu verstehen um was es geht. Mir kommt ein Verdacht: das sind alles Serben. Klaro, wer soll auch sonst mitten in der Woche von Deutschland nach Serbien fahren, mit einem Linienbus! Auch gut, denke ich. Dann fängt der Urlaub jetzt schon an. Aus den Boxen erklingt nun Balkanpop und ruck-zuck sind wir an der ersten Grenze. Hallo Tschechien.
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Warum ist es am Rhein?

Letzten Sommer verbrachte ich einige Zeit in Köln. Seit dem wurde ich wurde ich wiederholt und auch von mir nur sehr entfernt bekannten Personen auf meinen Aufenthalt in der Domstadt angesprochen. Dabei wurde mir stets männerbündisch zugezwinkert und wissend gelächelt. Mehrmals hatte ich den Verdacht, der Fragende könnte Köln mit Tijuana oder Sao Paulo verwechselt haben. Ich schlussfolgere nun daraus, dass erstens ein öffentliches Interesse an dem Thema besteht und zweitens das Wissen über die Vorgänge in der Stadt Köln recht dürftig ist. Deshalb und weil der nächste Sommer schon wieder vor uns liegt, folgt nun ein kurzer im letzten Jahr vor Ort entstandener Bericht:
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20 Jahre Bunte Republik Neustadt

In diesem Sommer findet sie zum 21. Mal statt: Die Bunte Republik Neustadt, kurz BRN. Das Stadtteilfest der Dresdner Neustadt zieht jedes Jahr über 100.000 Besucher an und  ist nicht nur für deren Bürger ein Highlight in jedem Sommer. Über 30 Veranstaltungsorte bieten ein vielseitiges Programm, indoor sowie auf Straßen und Plätzen. Darüber hinaus beteiligen sich viele Privatpersonen an den Feierlichkeiten, bieten Getränke und Snacks aus Wohnzimmerfenstern und vom Balkon aus an oder bereichern das Partyprogramm mit spontanen Events. Das Publikum ist, wie der Name verspricht, bunt. Menschen aller Nationalitäten und Altersklassen feiern überwiegend friedlich “ihre” Republik.

Angefangen hat alles im Juni 1990, als die Veranstalter die BRN ausriefen. „Die Idee zur Bunten Republik entstand eines Nachmittags in der Bronxx, das war eine Kneipe in der Alaunstraße, in einer Schwatzrunde. Da haben wir das Ding innerhalb von zwei, drei Monaten aus dem Boden gestampft.“ Eine eigene Republik, abseits und unabhängig vom kapitalistischen Zeitgeist, mit eigener Währung (“Neustadtmark”), eigener Flagge und “ordentlicher provisorischer Regierung” unter Vorsitz eines “Monarchen ohne Geschäftsbereich”. Die “Regierung” löste sich drei Jahre nach ihrer Gründung auf, das Fest der Republik ist jedoch geblieben. Allerdings rückt der politische Charakter der Veranstaltung mehr und mehr in den Hintergrund. Von der BRN ist also vor allem die Party geblieben und das ein oder andere Hinweisschild, das schon in den Anfangsjahren an den Aussengrenzen der Republik stand und auf dem zu lesen ist: Hier beginnt das freie Territorium der Bunten Republik Neustadt. 
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