Halle im Juni
Der wilde Osten ganz klassisch. So präsentiert sich seit einigen Jahren Halle an der Saale seinen Besuchern. Man hat sich in der Stadtverwaltung nun ganz offensichtlich dazu durchgerungen den heimlichen Beinamen “Händelstadt“ auch offiziell zu vermarkten. Und das mit Recht.
Georg Friedrich Händel kehrte zwar seiner Geburtsstadt schon im Sommer 1703 im Alter von 18 Jahren für immer den Rücken. Er wurde in Halle aber immer als die herausragendste Persönlichkeit, in der an großen Namen nicht armen Stadtgeschichte, gefeiert. Wer nach Halle fährt kommt deshalb an Händel nicht vorbei. Schon deswegen nicht, weil hier mitten auf dem historischen Marktplatz das einzige Händeldenkmal Deutschlands zu finden ist. Gegenüber der Marktkirche, die mit ihren beiden beeindruckenden Turmpaaren die Stadtansicht und jede Halle-Postkarte dominiert, steht der Sohn der Stadt in Leibrock, Kniehosen und mit einer gewaltigen Lockenperücke auf dem Haupt. Keck blickt er gen Westen in Richtung seiner Wahlheimat London und scheint sich zu freuen, hier zu stehen. Das könnte daran liegen, dass Händel der erste Künstler war, dem in Deutschland eine solche Ehre zuteil wurde. Normalerweise standen zur Zeit der Einweihung des Denkmals in so exponierter Stadtlage nämlich ausschließlich die Statuen ehemaliger Herrscher oder heroischer Feldherren. Ein Blick auf den barocken Händel ist also Pflicht, wenn man in Halle ist. Andererseits kommt man ohnehin kaum drumherum, denn der Marktplatz in Halle liegt zentral und ist tatsächlich auch das Zentrum des städtischen Lebens.
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